12. April 2008

(RN/ Daniel Maiß): SELM Brückensanierung, so der sprachlich eher kurz gehaltene Tagesord- nungspunkt, mit dem sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Um- welt am Donnerstagabend in seiner Sitzung in der AWo-Begegnungsstätte zu befassen hatte. Doch die Vorlage hatte es in sich.

Vier Brücken stehen zur Diskussion: Parkweg, Disselbrede, Luisenstraße und Röhrweg. Laut Vorlage seien an allen Standorten Baumaßnahmen nötig. „Wir sollten uns das zunächst einmal vor Ort ansehen“, forderte Wilfried Zimmermann (UWG). Gerade die geforderten Maßnahmen im Bereich der Luisenstraße kommen ihm „suspekt“ vor.

Prioritätenliste weicht ab

Hans-Hermann Gosch (CDU) gab zudem zu Bedenken, dass der Ausschuss bereits eine Prioritätenliste erstellt habe, diese aber von der Vorlage abwei- che. Auch er forderte, einen Ortstermin anzuberaumen, um den Sachverhalt zu klären.

Kosten auf den Tisch

„Danach müssen aber auch die genauen Kosten für die Maßnahmen auf dem Tisch liegen“, erklärte Gosch vehement. Zudem müsse man sich aufgrund der angespannten finanziellen Situation der Stadt Selm auch fragen, ob es Alternativen zu den in der Vorlage angeführten Baumaßnahmen gebe. „Oder ob die jeweilige Brücke überhaupt noch notwendig ist“, so Gosch weiter.

Bürgerversammlungen gefordert

Einen Eindruck vor Ort hatte sich Thomas Staschat (FDP) bereits gemacht. „Ich bin die Punkte abgefahren und halte Baumaßnahmen an der Disselbrede und am Röhrweg für unnötig“, stellte der FDP-Vertreter klar. „Kein einziger Euro“ sollte an diesen beiden Punkten investiert werden. „Die sollen so blei- ben, wie sie sind. Das kommt auch den Fußgängern und Radfahrern entge- gen“, so Staschat weiter. Egon Schmidt (CDU) forderte, gerade an diesen ge- nannten Brücken Bürgerversammlungen einzuberufen.

Kosten-Explosion befürchtet

„Was Brücken angeht, sind wir sehr sensibilisiert, da gab es in der Vergan- genheit Kosten-Explosionen“, mahnte der Vorsitzende Dieter Kleinwächter (CDU). Er schlug vor, die vier Standorte vor der kommenden Ausschuss-Sit- zung zu bereisen und dann zur Vorlage zurück zu kehren: „Danach können wir auch noch einmal über Prioritäten beraten“, schlug Kleinwächter vor. Das wurde von den Mitgliedern einstimmig begrüßt.