17. Mai 2012

Im letzten Haupt- und Finanzausschuss wurde durch Herrn Schwager als Vertreter der Stadtwerke Selm deutlich gemacht, dass die 35 Anlieger am Strandweg, die Wasseraufbereitungsanlagen zur eigenen Frischwasserversorgung betreiben, notfalls mit ordnungsbehördlichen Maßnahmen gezwungen werden sollen, sich an der öffentlichen Hauptwasserleitung in der Straße anzuschließen. Vordergründig argumentierte Hr. Schwager mit etwaigen Hygienemängeln des aus den privaten Anlagen bezogenen Frischwassers.

Zunächst ist festzustellen, dass nicht nur am Strandweg sondern im übrigen Stadtgebiet weitere, zahlreiche private Anlagen zur Trinkwassergewinnung betrieben werden. Ist das Wasser aus diesen Anlagen etwa besser? Oder müssen auch diese privaten Betreiber damit rechnen, den Betrieb ihrer Anlagen aufgeben zu müssen? Hierzu muss man wissen, dass das Wasser aus privaten Anlagen gemäß Verordnung mindestens einmal im Jahr systemisch zu untersuchen ist und die Prüfergebnisse dem Gesundheitsamt zu übermitteln sind. Bei gesundheitlichen Gefährdungen, die von diesem Trinkwasser ausgehen können, schreitet die Aufsichtsbehörde ein.

Die FDP-Fraktion hat den Eindruck gewonnen, dass der Geschäftsführer der Stadtwerke möglicherweise viel mehr Interesse an 35 neuen Kunden hat, als an deren Gesundheit. In Zukunft werden diese neuen Kunden nämlich ganz sicher teureres Frischwasser von den Stadtwerken Selm abzunehmen haben. Bekanntlich erwägen die Selmer Stadtwerke die Übernahme des Trinkwassernetzes von der Gelsenwasser AG nach dem Auslaufen der Konzessionsverträge.

Nicht zu unterschätzen sind auch die Anschlusskosten an das zentrale Trinkwassernetz. Diese summieren sich auf mehrere tausend Euro je Neuanschluss. Hinzu kommen die enormen Ausbaukosten für die Straße, die die Anlieger ja bereits zu 90% zu finanzieren haben.

„Die FDP-Ratsfraktion wird diese geplante Ausbeutung keinesfalls mitmachen und wenn mich meine Wahrnehmung nicht täuscht, andere Ratspolitiker auch nicht“, so Staschat.